Die im Rahmen der Intitiative “One Laptop per Child” (OLPC) produzierten Laptops, die nun auf den Namen “XO-Laptop” hören, werden auch in den Industrienationen käuflich zu erwerben sein. Voraussetzung dafür ist in einer zeitlich begrenzten Aktion, dass der Käufer zwei Laptops kauft. Ein Laptop wird an eine Regierung gespendet, das andere kann er selbst für seinen eigenen Nachwuchs behalten.
Die XO-Laptops können ansonsten ausschließlich von den Regierungen
der Länder bestellt werden. Bislang sollen rund 3 Millionen Geräte
bestellt worden sein. Angepeilt ist eine Stückzahl von mehreren hundert
Millionen.
Hintergrund der OLPC-Initiative ist, dass in den
Entwicklungsländern jedem Kind ein Laptop zur Verfügung stehen soll,
damit diese eine Chance haben, an der modernen Wissensgesellschaft
teilzuhaben. Wirtschaftlich war das Ziel, dass die Geräte bei einem
angenommenen Nutzungszeitraum von fünf Jahren nicht teurer sind als die
benötigen Schulbücher, die dadurch ersetzt werden sollen.
Dabei
handelt es sich um speziell für diesen Zweck entwickelte Geräte. Ihre
Leistung liegt weit unter der von den Laptops, die man hierzulande
kaufen kann. Dafür ist es speziell an die äußeren Bedingungen in vielen
Entwicklungsländern angepasst. Das Gehäuse ist sehr robust und gut
gegen Staub geschützt. Das Display ist auch bei starkem Sonnenlicht gut
erkennbar, weil es dann in einem speziellen Schwarz-Weiß-Modus
arbeitet, bei dem das Umgebungslicht als Hintergundbeleuchtung genutzt
wird. Herkömmliche Laptops sind bei starker Sonneneinstrahlung so gut
wie unbenutzbar. Das Gerät ist extrem stromsparend. Außerdem ist eine
Stromversorgung auch ohne Steckdose möglich.
Wireless LAN wird
unterstützt. Die Geräte haben sogar eine Reichweite, die höher ist als
gewöhnlich. Zusätzliche Geräte lassen sich per USB anschließen. Eine
Festplatte und ein CD- oder DVD-Laufwerk sucht man allerdings
vergeblich. Sie wären viel zu fehleranfällig. Stattdessen bekommen die
Geräte 512 Megabyte Flash-Speicher spendiert.
Das Design ist
kindgerecht. Der Prototyp besteht aus einem hellen Gehäuse mit grüner
Tastatur und weiteren grünen Elementen. Sogar an spezielle Knöpfe für
Computerspiele wurde gedacht. Das Betriebssystem ist linux-basiert, die
Oberfläche nennt sich “Sugar”. Spezielle Software hilft beim
spielerischen Lernen. Das Gehäuse und auch die Tasten sind wesentlich
als bei gewöhnlichen Laptops. Das Display kann so gedreht werden, dass
es bei zugeklapptem Gerät oben ist.
Entgegen der ursprünglichen
Planung hat sich der Preis für das “100-Dollar-Laptop” in etwa
verdoppelt, weil die Preise für einige Komponenten stark gestiegen
sind. Daher sind als Kaufpreis für die beiden Geräte 399$ geplant. Das
sind zum gegenwärtigen Dollarkurs knapp 290 €. Wer selbst keine Kinder
hat und trotzdem etwas Gutes tun möchte, kann auch 200 für ein Laptop
spenden, ohne ein eigenes Gerät zu erwerben.
Ab dem 12. November 2007 soll das Gerät bestellbar sein. Frohe Weihnachten!
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Aufgenommen: Aug 19, 22:32