Eigentlich möchte ich hier gar nicht selbst so viele Worte machen, sondern lieber auf die Umfrage verweisen, die ich bei
Seokratie gefunden habe. Dabei handelt es sich eigentlich um eine Übersetzung
hiervon.
Dennoch ergibt es Sinn, sich für den deutschsprachigen Markt, der sicher etwas anders ist als der US-Markt, in einem deutschen Blog zu unterhalten. Also: auf zur
Seokratie!
Lustigerweise bin ich dann eben noch auf ein
Interview mit Ex-Blackhat-SEO Thomas Promny gestoßen, in dem dieser Folgendes sagt:
SEO ist lukrativer denn je. Jeder der Online unterwegs ist, ist darauf angewiesen. Auch weil SEM inzwischen so teuer geworden ist, dass viele Websites sich wieder mehr für SEO interessieren.
Das ist dann doch auch mal eine handfeste Aussage von jemandem, der viel Erfahrung in der Branche hat, mit allen Wassern gewaschen und nun bodenständiger Internet-Unternehmer ist.
Ich sehe es auch so: wenn alle nun, statt SEO zu betreiben, nur noch Adwords im Suchnetzwerk kaufen würden, dann würden dort die Klickpreise enorm nach oben schnellen. Gleichzeitig wäre SEO um einiges einfacher, da man ja dabei wirder weniger Konkurrenz hätte. Gleichzeitig ist SEM ein guter Weg, auch kurzfristig Besucher zu bekommen, solange SEO-Maßnahmen noch nicht anschlagen. Oft wird sogar empfohlen, Adwords auch bei guten Platzierungen zu schalten, da man so noch mehr Besucher generieren kann.
Die Rechnung muss jeder für sich selbst machen: ob SEO einfacher und kostengünstiger ist als SEM. Das ist sicherlich auch abhängig vom Produkt und der zu erwartenden Konvertierung.
Zur eigentlichen Umfrage: Inhouse-SEOs werden sich ohnehin nur die Großen halten. Aber wie viele kleine und mittelgroße Firmen gibt es, wo sich das nicht lohnt, jemanden in Vollzeit dafür anzustellen? Ob diese dann auf große oder kleine SEO-Firmen zurückgreifen, ist meines Erachtens Geschmackssache.
Marketingbudget können natürlich im Rahmen einer Wirtschaftskrise schrumpfen. Selbst jetzt gibt es aber schon Unternehmen, die etwas verquere Vorstellungen davon haben (“so ungefähr hundert Euro im Jahr”). Aber auch in einer Krise wird es immer noch diejenigen geben, die das Geld haben und ausgeben können - und sei es, dass es chinesische Firmen sind, die aber den deutschsprachigen Markt erreichen wollen.
Das SEO-Wissen bei den Auftraggebern wird zunehmen, aber nicht so rasant und nicht in einem Maße, dass SEOs bald arbeitslos oder unseriöse Firmen chancenlos sind. Denn das merke ich selbst bei vielen Gesprächen: es gibt ein bisschen Licht, gerade auch bei denen, die jetzt ein Weilchen im Netz sind und vielleicht schon mal - durchaus auch negative - SEO-Erfahrungen gemacht haben. Wer mit der Materie beschäftigt ist und selbst in den letzten Monaten und Jahren eine steile Lernkurve hatte, schließt automatisch, dass beim potenziellen Kunden auch zumindest ein Bruchteil davon hängen geblieben sein muss. Ich hingegen kann nur sagen: Es gibt da noch ein ganz großes schwarzes Loch voller Unwissen. Das merke ich selbst immer wieder in entsprechenden Gesprächen mit Leuten, die Unternehmen haben und Webseiten betreiben. Das Wissen, wie das mit den Suchmaschinen und dem Auftauchen darin geht, ist schlichtweg nicht-existent. Denen kann man diesbezüglich auch eine Story vom Pferd erzählen.
Bis also wirklich in fast allen Fällen mehr oder weniger mündige Gesprächspartner einem SEO-Unternehmen gegenüber sitzen, wird noch viel Wasser den Rhein hinunter fließen.