Dienstag, 19. August 2008
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(Linear | Verschachtelt)
Ihre Informationen sind da doch etwas einseitig.
Nur um mal in Relation zu setzen, was den Eltern “verkauft” wurde und dem sie auch zustimmten - gegenüber dem, was nun umgesetzt wird. (Es geht hier zunächst um das, was die Eltern dafür bezahlen, dass ihr Kind ein Notebook kriegt.):
- Es sollte 20 bis maximal 25 Euro pro Monat kosten - es kostet nun 30.
- Reserveakkus sind extra zu zahlen.
- Akkus die getauscht werden müssen, sind ebenfalls extra zu zahlen. - Was nach einem Jahr in der Regel bei so billiger Ware der Fall ist und weitere Kosten verursacht.
-( Jetzt schon sind aus den 20 - 25 Euro locker 35 - 40 Euro monatlich geworden.)
- Es sollte versichert sein. Wenn ein Notebook verloren ginge oder gestohlen würde, sollte es bis zu drei mal zeitwertig ersetzt werden. - Die Versicherung wurde ersatzlos gestrichen. Wenn ein Notebook gestohlen wird, zahlen die Eltern die “alten” 30 Euro pro Monat weiter und zusätzlich das gleiche nochmal für das nächste Notebook. - Und das übernächste, wenn auch das zweite
- Es sollten robuste Geräte sein, die die 4 Jahre überleben. - Es sind Billignotebooks. - Für die die Eltern aber zusammengerechnet fast 1600 Euro hinblätten.
- Es sollten Räume eingerichtet werden, in denen die Geräte bei Bedarf über Nacht eingeschlossen werden, damit die Kinder nicht jeden Tag die Geräte mitschleppen müssen. (Ein Kind geht mit 10 Kilo Schulranzen UND dem 4 - 5 Kilo Notebook mit 15 Kilo auf dem Buckel jeden Tag hin und zurück - und das in Klassen, in denen die Kinder selbst kaum das Doppelte davon wiegen.) - Ersatzlos gestrichen.
- Es sollten Sponsoren für Familien gefunden werden, die sich solche Kosten nicht leisten können. - Ersatzlos gestrichen.
- Die Notebooks sollten für die angepeilten Kosten gekauft werden. - Es ist nun nicht einmal mehr ein Kaufvertrag, sondern ein Mietvertrag. Die Eltern müssen, nachdem sie 1600 Euro für ein nicht ein Viertel des Geldes wertes Notebook gezahlt haben, um das Notebook nach vier Jahren zu kaufen, dann nochmal 100 Euro hinlegen.
- Wenn ein Notebook verloren geht, gestohlen wird oder auch nur schuldhaft beschädigt wird und so nicht mehr benutzt werden kann und die Eltern einen zweiten Vertrag nicht zahlen können, wird ihr Kind, obwohl die Eltern dann immer noch die 30 Euro für das nicht mehr vorhandene Notebook zahlen, in eine “normale” Klasse wechseln müssen.
- Und schon sind wir beim bösen Wort: normale Klassen. Die einen profitieren von Notebooks, weil sie Geld haben; die, die sich das nicht leisten können, kriegen die “normale” Bildung. Ich mag mich irren, aber für mich ist das Bildungsförderung nicht nach Leistung, sondern nach Einkommen der Eltern. In einer der betroffenen Klassen sieht man das schon jetzt. die Klassenbeste wird die Klasse verlassen müssen, weil die Mutter zu den neuen Konditionen den Vertrag nicht zahlen kann. Sie hätte 30 Euro geschafft, aber da sie damit rechnen muss, dass daraus 60 oder gar 90 Euro pro Monat für ein Notebook werden, das sie für 400 Euro selbst kaufen könnte (was sie natürlich nicht darf), kann sie Kosten und Risiko nicht tragen. Das beste Kind der Klasse wird also die schlechtere Bildung erhalten, weil das Geld nicht reicht. - Spätestens an dem Punkt frage ich mich, warum die Bürger der Stadt ihre “Volksvertreter” noch nicht aus dem Rathaus geprügelt haben.
Es geht weiter, aber die Richtung wird deutlich. Alle die Bedenken, die zu den ursprünglichen Versprechen führten, wurden ausgeräumt. - Nur um am Ende für mehr als die versprochenen Kosten mit voller Berechtigung zurück zu sein.
Danach kommen ja auch noch andere Probleme. Nehmen wir doch mal an, dass alles wirklich gut geplant und mit viel Ausbildung der Lehrer ans Laufen gekommen wäre. - Der Lehrer kommt in die Klasse und sagt “Norebooks raus, wir müssen Internetrecherche machen” - worauf die Schüler ihm erklären, dass das nicht geht, weil die Geräte gerade benutzt wurden und geladen werden müssen. Notebooks bedeuten keine kontinuierliche oder verlässliche Verfügbarkeit. Denn wenn man nicht heutige High-End-Geräte nimmt, deren Akkus sechs Stunden am Stück Leistung bringen können - und mehr als das Zehnfache kosten - sind die Notebooks nur die Hälfte der Zeit tatsächlich einsetzbar. - Vorausgesetzt die Ladezeit liegt unter 45 Minuten, was bei so billigen Geräten wie sie eingesetzt werden auch noch nicht einmal der Fall sein dürfte. Aber selbst wenn, ist die Mär vom ständig verfügbaren PC am Platz per Notebook nur ein Werbeslogan. Die Realität sieht anders aus.
Sagen wir es doch mal wie es ist. Alle Technikbegeisterung beiseite - was sollten die Notebooks bringen? - Sie sollten die Bildung verbessern. Die Kosten dafür sind gigantisch und es profitieren am Ende gerade mal 300 der über 3000 Schüler in weiterführenden Schulen der Stadt. 10% der Schüler profitieren von einer Investition von 2,4 Millionen in das, was vorher Allgemeinbildung war.
Und es sind nur deshalb 300, weil die Erpressung funktionierte. Die Stadt sagt nämlich fast offen, was sie von den Eltern will: “Entweder ihr zahlt die 30 Euro monatlich, oder euer Kind bekommt die schlechtere Bildung.” - Und wer, der es sich auch nur gerade eben noch leisten kann, wird nicht die Zukunft der Kinder da als wichtiges Argument sehen? Nur leicht schlechtere Noten als möglich schränken die Möglichkeiten dramatisch ein, die auf dem Arbeitsmarkt sowieso schon kaum noch da sind.
Aber dennoch zurück zur Frage des Zwecks so horrender Ausgaben. Der Zweck muss sein, dass sich die Bildung verbessert. - Wer aber bildet die Kinder denn mit den Notebooks aus? - Nicht die Lehrer jedenfalls. Die Lehrer erhalten nämlich von den 2,4 Millionen auch nur einen Bruchteil in Form von einer Schulung. - Ein Tag “Schulung”. Danach hat man dann Lehrer, die so gut mit Hard- und Software umgehen können, dass sie sich trauen, mit 30 Kindern Unterricht zu machen, die alle besser mit den Geräten umgehen können als die Lehrer? - Wohl eher nicht. Was man hat, sind Lehrer, die die neue Technik benutzen sollen, aber keine Ahnung haben wie das geht. - Und daher diese Technik nicht benutzen werden.
In einer Firma könnte man so etwas nicht verkaufen. Die Kosten für die Fortbildung der Angestellten machen immer den mit Abstand größten Teil der Kosten einer Umsetzung neuer Hard- und/oder Software aus. - Warum nicht in Schulen? - “Zu teuer”. - Also steht schon in der Planungsphase fest, dass es nur um den Kauf von Hardware aber nicht um Bildung geht. Man darf eines nicht vergessen: Didaktisch und was Planung und Ablauf des Unterrichts angeht ist die Einführung von Computern die einschneidendste Veränderung was Lehrmittel angeht seit Gutemberg. - Wenn nicht vorher. Denn Bücher sind Bücher und es ist sogar egal, ob sie abgeschrieben oder gedruckt sind. Ein Computer bedeutet eine dramatische Umstellung eines Lern- und Lehrprozesses. So etwas kann man nicht per Knopfdruck machen. Man muss die Lehrer und damit die Schüler erstmal ausbilden, damit sie mit so etwas überhaupt umgehen können. Und ein Tag ist da nichts. - Oft weniger als nichts, denn es ist zudem für viele Zeitverschwendung. Damit eine gemeinsame Basis geschaffen werden kann, muss viel unterrichtet werden, das manche oder viele Lehrer bereits wissen. - Und nein, es ist nicht der Job der Lehrer, die Mankos in der Planung der Politiker freiwillig und in ihrer Freizeit abzufangen.
Oben schrieben Sie, dass es Initiativen wie OLPC gäbe. Dass aber alle Länder, die früh mit Laptops in Schulen angefangen haben, heute wieder davon ab gehen, wäre denke ich für den Sinn eines solchen Konzeptes auch nicht unwichtig zu erwähnen. Die Laptops bringen nicht die erhoffte bessere Bildung. Also schaffen Länder wie die USA und Japan sie wieder ab. - Während Würselen stolz einsteigt.
Aber noch einmal - Kosten. Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Notebook kein Allheilmittel gegen Pisa ist. - Ganz sicher ist es das nicht, wenn man die Technik anschafft und dann die Bildungsfortschritte schon in der Planung als irrelevant betrachtet, indem man den Lehrern keine angemessene Ausbildung gibt. Aber selbst wenn das alles gegeben wäre - wäre das Konzept dann sinnvoll? - Nein, wäre es nicht. Was in den 2,4 Millionen keine Erwähnung findet, sind jährliche Kosten von mindestens 250.000 Euro, die auf die Stadt zu kommen, nur um alles am Laufen zu halten. - Für 20 Schulen, also wenn man es mal ganz platt umrechnet 25000 Euro pro Schule.
Laptops sind EIN Lehrmittel von vielen. Und sie werden nicht einmal das sein, wenn sie niemand einzusetzen weiß. Aber wichtiger ist noch, dass sie nur eines der vielen Lehrmittel sind. Wie kann man, ohne in die Klappsmühle geschickt zu werden, ernsthaft als richtig verkaufen, dass eine Grundschule, die für 200 Schüler einen Jahresetat für Lehrmittel von 2000 Euro hat, dann für ein für sie nebensächliches Lehrmittel alleine mehr als das Zehnfache verschlingt? WENN für die Bildung Geld ausgegeben werden soll, warum fängt man nicht da an, wo so lange mit so viel Schaden gestrichen wurde? Nur ein Zehntel der horrenden Kosten für das Laptopkonzept würden den Jahresetat für Lehrmittel an Schulen verdoppeln. Das Missverhäktnis ist ebenso unverantwortlich, wie es die Stadtväter tunllichst in ihren Pressemitteilungen verschweigen. Alles hat den Blick auf die Technik.
Viel Geld, viel tolle Technik, viel “Vorreiterstellung”, viele Märchen - aber nicht ein Gedanke an die Bildung der Kinder. - “Wir beschmeißen Pisa mit Geld und Technik und schon geht das böse Ergebnis weg. - Gaaanz bestimmt.”
Die Politiker gehen sogar hin und stellen Bilder ins Netz, auf denen Notebooks des Topherstellers gezeigt werden, obwohl die tatsächlich angeschafften Geräte unterste Schiene der Herstellung solcher Geräte sind. - Mal ehrlich: Wenn einer von UNS so etwas macht, muss er mit einer Vorstrafe rechnen. Politiker wohl nicht. - Leider.
Nur um mal in Relation zu setzen, was den Eltern “verkauft” wurde und dem sie auch zustimmten - gegenüber dem, was nun umgesetzt wird. (Es geht hier zunächst um das, was die Eltern dafür bezahlen, dass ihr Kind ein Notebook kriegt.):
- Es sollte 20 bis maximal 25 Euro pro Monat kosten - es kostet nun 30.
- Reserveakkus sind extra zu zahlen.
- Akkus die getauscht werden müssen, sind ebenfalls extra zu zahlen. - Was nach einem Jahr in der Regel bei so billiger Ware der Fall ist und weitere Kosten verursacht.
-( Jetzt schon sind aus den 20 - 25 Euro locker 35 - 40 Euro monatlich geworden.)
- Es sollte versichert sein. Wenn ein Notebook verloren ginge oder gestohlen würde, sollte es bis zu drei mal zeitwertig ersetzt werden. - Die Versicherung wurde ersatzlos gestrichen. Wenn ein Notebook gestohlen wird, zahlen die Eltern die “alten” 30 Euro pro Monat weiter und zusätzlich das gleiche nochmal für das nächste Notebook. - Und das übernächste, wenn auch das zweite
- Es sollten robuste Geräte sein, die die 4 Jahre überleben. - Es sind Billignotebooks. - Für die die Eltern aber zusammengerechnet fast 1600 Euro hinblätten.
- Es sollten Räume eingerichtet werden, in denen die Geräte bei Bedarf über Nacht eingeschlossen werden, damit die Kinder nicht jeden Tag die Geräte mitschleppen müssen. (Ein Kind geht mit 10 Kilo Schulranzen UND dem 4 - 5 Kilo Notebook mit 15 Kilo auf dem Buckel jeden Tag hin und zurück - und das in Klassen, in denen die Kinder selbst kaum das Doppelte davon wiegen.) - Ersatzlos gestrichen.
- Es sollten Sponsoren für Familien gefunden werden, die sich solche Kosten nicht leisten können. - Ersatzlos gestrichen.
- Die Notebooks sollten für die angepeilten Kosten gekauft werden. - Es ist nun nicht einmal mehr ein Kaufvertrag, sondern ein Mietvertrag. Die Eltern müssen, nachdem sie 1600 Euro für ein nicht ein Viertel des Geldes wertes Notebook gezahlt haben, um das Notebook nach vier Jahren zu kaufen, dann nochmal 100 Euro hinlegen.
- Wenn ein Notebook verloren geht, gestohlen wird oder auch nur schuldhaft beschädigt wird und so nicht mehr benutzt werden kann und die Eltern einen zweiten Vertrag nicht zahlen können, wird ihr Kind, obwohl die Eltern dann immer noch die 30 Euro für das nicht mehr vorhandene Notebook zahlen, in eine “normale” Klasse wechseln müssen.
- Und schon sind wir beim bösen Wort: normale Klassen. Die einen profitieren von Notebooks, weil sie Geld haben; die, die sich das nicht leisten können, kriegen die “normale” Bildung. Ich mag mich irren, aber für mich ist das Bildungsförderung nicht nach Leistung, sondern nach Einkommen der Eltern. In einer der betroffenen Klassen sieht man das schon jetzt. die Klassenbeste wird die Klasse verlassen müssen, weil die Mutter zu den neuen Konditionen den Vertrag nicht zahlen kann. Sie hätte 30 Euro geschafft, aber da sie damit rechnen muss, dass daraus 60 oder gar 90 Euro pro Monat für ein Notebook werden, das sie für 400 Euro selbst kaufen könnte (was sie natürlich nicht darf), kann sie Kosten und Risiko nicht tragen. Das beste Kind der Klasse wird also die schlechtere Bildung erhalten, weil das Geld nicht reicht. - Spätestens an dem Punkt frage ich mich, warum die Bürger der Stadt ihre “Volksvertreter” noch nicht aus dem Rathaus geprügelt haben.
Es geht weiter, aber die Richtung wird deutlich. Alle die Bedenken, die zu den ursprünglichen Versprechen führten, wurden ausgeräumt. - Nur um am Ende für mehr als die versprochenen Kosten mit voller Berechtigung zurück zu sein.
Danach kommen ja auch noch andere Probleme. Nehmen wir doch mal an, dass alles wirklich gut geplant und mit viel Ausbildung der Lehrer ans Laufen gekommen wäre. - Der Lehrer kommt in die Klasse und sagt “Norebooks raus, wir müssen Internetrecherche machen” - worauf die Schüler ihm erklären, dass das nicht geht, weil die Geräte gerade benutzt wurden und geladen werden müssen. Notebooks bedeuten keine kontinuierliche oder verlässliche Verfügbarkeit. Denn wenn man nicht heutige High-End-Geräte nimmt, deren Akkus sechs Stunden am Stück Leistung bringen können - und mehr als das Zehnfache kosten - sind die Notebooks nur die Hälfte der Zeit tatsächlich einsetzbar. - Vorausgesetzt die Ladezeit liegt unter 45 Minuten, was bei so billigen Geräten wie sie eingesetzt werden auch noch nicht einmal der Fall sein dürfte. Aber selbst wenn, ist die Mär vom ständig verfügbaren PC am Platz per Notebook nur ein Werbeslogan. Die Realität sieht anders aus.
Sagen wir es doch mal wie es ist. Alle Technikbegeisterung beiseite - was sollten die Notebooks bringen? - Sie sollten die Bildung verbessern. Die Kosten dafür sind gigantisch und es profitieren am Ende gerade mal 300 der über 3000 Schüler in weiterführenden Schulen der Stadt. 10% der Schüler profitieren von einer Investition von 2,4 Millionen in das, was vorher Allgemeinbildung war.
Und es sind nur deshalb 300, weil die Erpressung funktionierte. Die Stadt sagt nämlich fast offen, was sie von den Eltern will: “Entweder ihr zahlt die 30 Euro monatlich, oder euer Kind bekommt die schlechtere Bildung.” - Und wer, der es sich auch nur gerade eben noch leisten kann, wird nicht die Zukunft der Kinder da als wichtiges Argument sehen? Nur leicht schlechtere Noten als möglich schränken die Möglichkeiten dramatisch ein, die auf dem Arbeitsmarkt sowieso schon kaum noch da sind.
Aber dennoch zurück zur Frage des Zwecks so horrender Ausgaben. Der Zweck muss sein, dass sich die Bildung verbessert. - Wer aber bildet die Kinder denn mit den Notebooks aus? - Nicht die Lehrer jedenfalls. Die Lehrer erhalten nämlich von den 2,4 Millionen auch nur einen Bruchteil in Form von einer Schulung. - Ein Tag “Schulung”. Danach hat man dann Lehrer, die so gut mit Hard- und Software umgehen können, dass sie sich trauen, mit 30 Kindern Unterricht zu machen, die alle besser mit den Geräten umgehen können als die Lehrer? - Wohl eher nicht. Was man hat, sind Lehrer, die die neue Technik benutzen sollen, aber keine Ahnung haben wie das geht. - Und daher diese Technik nicht benutzen werden.
In einer Firma könnte man so etwas nicht verkaufen. Die Kosten für die Fortbildung der Angestellten machen immer den mit Abstand größten Teil der Kosten einer Umsetzung neuer Hard- und/oder Software aus. - Warum nicht in Schulen? - “Zu teuer”. - Also steht schon in der Planungsphase fest, dass es nur um den Kauf von Hardware aber nicht um Bildung geht. Man darf eines nicht vergessen: Didaktisch und was Planung und Ablauf des Unterrichts angeht ist die Einführung von Computern die einschneidendste Veränderung was Lehrmittel angeht seit Gutemberg. - Wenn nicht vorher. Denn Bücher sind Bücher und es ist sogar egal, ob sie abgeschrieben oder gedruckt sind. Ein Computer bedeutet eine dramatische Umstellung eines Lern- und Lehrprozesses. So etwas kann man nicht per Knopfdruck machen. Man muss die Lehrer und damit die Schüler erstmal ausbilden, damit sie mit so etwas überhaupt umgehen können. Und ein Tag ist da nichts. - Oft weniger als nichts, denn es ist zudem für viele Zeitverschwendung. Damit eine gemeinsame Basis geschaffen werden kann, muss viel unterrichtet werden, das manche oder viele Lehrer bereits wissen. - Und nein, es ist nicht der Job der Lehrer, die Mankos in der Planung der Politiker freiwillig und in ihrer Freizeit abzufangen.
Oben schrieben Sie, dass es Initiativen wie OLPC gäbe. Dass aber alle Länder, die früh mit Laptops in Schulen angefangen haben, heute wieder davon ab gehen, wäre denke ich für den Sinn eines solchen Konzeptes auch nicht unwichtig zu erwähnen. Die Laptops bringen nicht die erhoffte bessere Bildung. Also schaffen Länder wie die USA und Japan sie wieder ab. - Während Würselen stolz einsteigt.
Aber noch einmal - Kosten. Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Notebook kein Allheilmittel gegen Pisa ist. - Ganz sicher ist es das nicht, wenn man die Technik anschafft und dann die Bildungsfortschritte schon in der Planung als irrelevant betrachtet, indem man den Lehrern keine angemessene Ausbildung gibt. Aber selbst wenn das alles gegeben wäre - wäre das Konzept dann sinnvoll? - Nein, wäre es nicht. Was in den 2,4 Millionen keine Erwähnung findet, sind jährliche Kosten von mindestens 250.000 Euro, die auf die Stadt zu kommen, nur um alles am Laufen zu halten. - Für 20 Schulen, also wenn man es mal ganz platt umrechnet 25000 Euro pro Schule.
Laptops sind EIN Lehrmittel von vielen. Und sie werden nicht einmal das sein, wenn sie niemand einzusetzen weiß. Aber wichtiger ist noch, dass sie nur eines der vielen Lehrmittel sind. Wie kann man, ohne in die Klappsmühle geschickt zu werden, ernsthaft als richtig verkaufen, dass eine Grundschule, die für 200 Schüler einen Jahresetat für Lehrmittel von 2000 Euro hat, dann für ein für sie nebensächliches Lehrmittel alleine mehr als das Zehnfache verschlingt? WENN für die Bildung Geld ausgegeben werden soll, warum fängt man nicht da an, wo so lange mit so viel Schaden gestrichen wurde? Nur ein Zehntel der horrenden Kosten für das Laptopkonzept würden den Jahresetat für Lehrmittel an Schulen verdoppeln. Das Missverhäktnis ist ebenso unverantwortlich, wie es die Stadtväter tunllichst in ihren Pressemitteilungen verschweigen. Alles hat den Blick auf die Technik.
Viel Geld, viel tolle Technik, viel “Vorreiterstellung”, viele Märchen - aber nicht ein Gedanke an die Bildung der Kinder. - “Wir beschmeißen Pisa mit Geld und Technik und schon geht das böse Ergebnis weg. - Gaaanz bestimmt.”
Die Politiker gehen sogar hin und stellen Bilder ins Netz, auf denen Notebooks des Topherstellers gezeigt werden, obwohl die tatsächlich angeschafften Geräte unterste Schiene der Herstellung solcher Geräte sind. - Mal ehrlich: Wenn einer von UNS so etwas macht, muss er mit einer Vorstrafe rechnen. Politiker wohl nicht. - Leider.
Kommentar (1)
Nun, derartige Detailinformationen waren mir leider nicht zugänglich, daher danke für die Ausführungen!
Ich habe aber, so denke ich, im Artikel durchaus zum Ausdruck gebracht, dass ich die Angelegenheit sehr kritisch sehe - wenn auch hauptsächlich aus didaktischer Perspektive. Frühestens für Oberstufenschüler könnte ich den Sinn darin erkennen, in Vorbereitung auf das selbständige universitäre Lernen und Recherchieren. Grundschule ist meiner Ansicht nach vollkommen indiskutabel.
Für alle anderen Schüler sind doch die herkömmlichen Grundfertigkeiten erst einmal wichtiger, und ich selbst bin dankbar, dass ich noch weiß, wie man mit der Hand schreibt, auch wenn ich viel mit dem Computer arbeite(n muss), und genieße das ab und zu bewusst.
Unterricht an Computern in Maßen ja - auch in der Grundschule, damit die Kinder mal sehen, wie es funktioniert, oder geeignete Angebote kennenlernen, die sie dann am oftmals vorhandenen heimischen Rechner, notfalls beim Freund, nach eigenem Gutdünken vertiefen können.
Meine alte Schule beispielsweise hat (mein letzter Kenntnisstand vor etwa 2 Jahren) zwei Computerräume, in denen sich je zwei Schüler einen Rechner teilen, dazu meines Wissens in der neugestalteten Schulbibliothek ebenfalla Internetrecherchen durchzuführen. 1-2 Stunden pro Woche und Klasse, entweder im Fachunterricht oder aber bei Lehrern, die Ahnung von der Materie haben und diese vermitteln können (mein alter Deutschlehrer, 2. Fach Latein, betreut das Ganze und hat die Infrastruktur aufgebaut!) - das sollte bis einschließlich Mittelstufe reichen.
Dass ich die Rechner überteuert finde, habe ich ja ebenfalls schon zum Ausdruck gebracht - um so trauriger, dass es sich um Billignotebooks handelt. In Anbetracht des Gewichts wären vielleicht Asus EEE PCs oder so etwas angebracht gewesen - klein, günstig und für Lehrzwecke ausreichend.
Nach dem, was Sie schreiben, mal wieder ein trauriges Beispiel dafür, wenn Politiker und sonstige Funktionäre etwas Schönes ausdenken, ohne selbst viel Ahnung von der Materie und gewissen Notwendigkeiten oder potenziellen Problemen bei der Umsetzung zu haben - Hauptsache, das Prestigeprojekt wird in der eigenen Amtszeit durchgeboxt!
Ich habe aber, so denke ich, im Artikel durchaus zum Ausdruck gebracht, dass ich die Angelegenheit sehr kritisch sehe - wenn auch hauptsächlich aus didaktischer Perspektive. Frühestens für Oberstufenschüler könnte ich den Sinn darin erkennen, in Vorbereitung auf das selbständige universitäre Lernen und Recherchieren. Grundschule ist meiner Ansicht nach vollkommen indiskutabel.
Für alle anderen Schüler sind doch die herkömmlichen Grundfertigkeiten erst einmal wichtiger, und ich selbst bin dankbar, dass ich noch weiß, wie man mit der Hand schreibt, auch wenn ich viel mit dem Computer arbeite(n muss), und genieße das ab und zu bewusst.
Unterricht an Computern in Maßen ja - auch in der Grundschule, damit die Kinder mal sehen, wie es funktioniert, oder geeignete Angebote kennenlernen, die sie dann am oftmals vorhandenen heimischen Rechner, notfalls beim Freund, nach eigenem Gutdünken vertiefen können.
Meine alte Schule beispielsweise hat (mein letzter Kenntnisstand vor etwa 2 Jahren) zwei Computerräume, in denen sich je zwei Schüler einen Rechner teilen, dazu meines Wissens in der neugestalteten Schulbibliothek ebenfalla Internetrecherchen durchzuführen. 1-2 Stunden pro Woche und Klasse, entweder im Fachunterricht oder aber bei Lehrern, die Ahnung von der Materie haben und diese vermitteln können (mein alter Deutschlehrer, 2. Fach Latein, betreut das Ganze und hat die Infrastruktur aufgebaut!) - das sollte bis einschließlich Mittelstufe reichen.
Dass ich die Rechner überteuert finde, habe ich ja ebenfalls schon zum Ausdruck gebracht - um so trauriger, dass es sich um Billignotebooks handelt. In Anbetracht des Gewichts wären vielleicht Asus EEE PCs oder so etwas angebracht gewesen - klein, günstig und für Lehrzwecke ausreichend.
Nach dem, was Sie schreiben, mal wieder ein trauriges Beispiel dafür, wenn Politiker und sonstige Funktionäre etwas Schönes ausdenken, ohne selbst viel Ahnung von der Materie und gewissen Notwendigkeiten oder potenziellen Problemen bei der Umsetzung zu haben - Hauptsache, das Prestigeprojekt wird in der eigenen Amtszeit durchgeboxt!
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