Ja, heute feiert Google seinen 10. Geburtstag. Am 7. September 1998 war es so weit: eine neue Internet-Suchmaschine ging in einer ersten Testversion an den Start. Die beiden Studenten Larry Page und Sergej Brin schickten Google im damals noch gar nicht so alten WWW ins Rennen.
Zu dieser Zeit dominierten andere Anbieter die Suche im Internet. Yahoo! ist nach wie vor am Markt, besitzt aber hierzulande einen vergleichsweise kleinen Marktanteil. Altavista hingegen wurde geschluckt, gehört mittlerweile zu Yahoo! und ist der heutigen Nutzergeneration weitgehend unbekannt.
Zu Beginn bestach Google durch eine äußerst spartanische Benutzeroberfläche, die sich von den überladenen Portalen anderer Anbieter wohltuend abhob. Die Qualität der Ergebnisse stimmte - zumindest war sie besser als alles bisher Gewohnte, und ständig wurde nachgebessert. Vor allem der PageRank-Algorithmus, der die Qualität und Relevanz eines Treffers aus den auf ihn zeigenden Verlinkungen berechnete, trug maßgeblich zum großen Erfolg bei - auch wenn er schnell das Ziel gezielter Manipulationen durch künstlichen Linkaufbau wurde. Zur Verbreitung trug zusätzlich etwa die Toolbar oder die Integration in Webbrowser bei, außerdem wurde die Google-Suche von vielen Drittanbietern eingebunden.
Mit den Jahren kamen immer mehr neue, teilweise sehr nützliche, Services hinzu, die den Nutzer nichts kosten - genau wie die Suchfunktion. Dennoch werden trotz teurer und aufwändiger Infrastruktur jedes Jahr Milliardengewinne gemacht.
Das Rezept zum Geldverdienen liegt im Verkauf von Werbeplätzen - auf den eigenen Suchergebnisseiten und bei Publishern, die an den Einnahmen beteiligt werden. Dieses Geschäftsmodell funktioniert bislang also gut.
Immer noch expandiert Google, und ständig kommen neue Produkte und Services hinzu, werden ganz neue Bereiche erschlossen, etwa im Mobilfunksektor oder im Gesundheitsbereich. Der letzte große Coup ist ein eigener Internetbrowser namens Google Chrome, der vor wenigen Tagen als Beta-Version veröffentlicht und schon viele Millionen Male heruntergeladen wurde.
Es handelt sich also schon längst nicht mehr um eine reine Suchmaschine. Und genau das führt in diesen Tagen auch vermehrt zu Kritik. Denn Google sammelt Daten und wertet diese aus, um dem Benutzer in Zukunft noch bessere Suchergebnisse liefern zu können. Zumindest in der Theorie kann dies zu Missbrauch - auch durch Dritte - führen. Gleichzeitig geht es je nach Land sehr stark in eine regelrechte Monopolstellung im Suchmaschinenbereich. Dies kann eine schleichende Zensur nach dem Motto “Was Google nicht kennt, das existiert nicht” bewirken.
Hoffnung macht aber das selbstgewählte Motto “Don’t be evil”.
Alles in allem kann man aber dem Geburtstagskind Google nur gratulieren zu seinem 10jährigen Bestehen und den in dieser Zeit eingefahrenen Erfolgen und den vielfach nützlichen Services - mein persönlicher Favorit sind überigens neben der Suche die “Google Maps”. So viel hat nicht jeder im zarten Alter von zehn jahren erreicht.