Da ich ja in der vergangenen arbeitsreichen Woche bei der Siemens AG im für mich noch neuen München kaum Zeit hatte (dito in den Tagen vor der Abreise) und von meinem temporären Zuhause aus nur eine grottig langsame
UMTS-GPRS-Verbindung, habe ich nicht ganz so viel vom Web-Geschehen mitgekriegt.
Eine Sache, die mich aber vor der Abreise durchaus bewegt hatte, war
Yannicks geplanter Verkauf von blogschrott.net und die Reaktionen darauf. Immerhin ging es auch dort um das ja ohnehin im ganzen Land zur Zeit heiß diskutierte Datenschutzproblem: Was passiert nach dem Verkauf mit den Daten der Kommentatoren? Diese Frage hatte selbst Alpha-Blogger
Robert Basic und eigentlich die halbe deutsche Blogosphäre beschäftigt.
Offenbar gab es einen kleinen “Unfall”, oder, nun ja, immerhin kam im Zuge der Verkaufsaktivität ans Licht, dass seinerzeit Gerald Steffens dem noch 14jährigen Yannick Domain und Webspace spendiert hatte - und gar nicht erfreut war, dass er ungefähr als Letzter vom Verkauf erfuhr. Immerhin gelang es Gerald, dieses Geschäft rückabwickeln zu lassen, wobei die Seite durch den eigentlichen Käufer wohl zunächst einmal mit Werbung zugekleistert worden war.
Nun aber hat Gerald Steffens den Blog mit allen Inhalten gekauft - und gibt öffentlich diese
Erklärung von sich:
Ich respektiere die Privacy der Kommentatoren und registrierten User. Mich interessieren keine Email-Adressen. Ich habe noch nie Gebrauch von irgendwelchen Mailadressen gemacht geschweige denn Daten verkauft.
Danke, Gerald! Ich bekomme schon genug Spam, und es ist schön, wenn jemand ganz klar mit guten Beispiel voran geht und an so einer Stelle mal beherzt zugreift.
Gleichzeitig ist noch keine Monetarisierung geplant, und auch in seinem eigenen Blog läuft das Ganze eher bescheiden ab.
Meine eigene Meinung habe ich ja im Rahmen der heute übrigens ablaufenden
Blogparade schon kund getan. Leider wird die Auswertung aufgrund meiner derzeit beschränkten Möglichkeiten noch ein paar Tage dauern, und wer möchte, kann daher noch teilnehmen!
Die Inhalte sollen in erster Linie von Gastautoren kommen, denen so eine bereits bekannte Plattform geboten wird, um sich mit kompetenten Beiträgen zu etablieren. Mal schauen, vielleicht habe ich ja irgendwann auch mal etwas beizusteuern.
Zurück zu Yannick: ein schaler Nachgeschmack bei der Aktion bleibt. Da bekomme ich schon alles “geschenkt”, und dann verkaufe ich das auf dieser Grundlage Erarbeitete, ohne mit dem Schenkenden vorher Rücksprache zu halten. Das wirkt doch recht wenig professionell. Und es bestärkt mich in meiner Ansicht, die ich - zwar nicht hier - bereits kundgetan habe: Yannick sollte erst sein Abitur machen, ggf. Studium, dabei noch eine ordentliche Schüppe Lebenserfahrung erwerben, und dann richtig einsteigen und aufsteigen. Erfahrungsgemäß schließt das zwar solche schrägen Aktionen im späteren Erwerbsleben nicht aus, aber es minimiert die Gefahr doch deutlich.