Kann oder sollte man Backlinks recyceln? Nun, wenn sie kaputt sind, dann schon, und überdies kann es tatsächlich eine gute Möglichkeit sein, an “neue” Backlinks zu kommen, die qualitativ im Normalfall etwas über der zweihundertsten Webkatalogeintragung dürften.
Und die Hilfe dazu kommt ausgerechnet von Google selbst - genauer gesagt als Tipp von “Googleguy” Matt Cutts.
Matt war so freundlich, den Link auf
seinen eigenen Blogeintrag zum Thema zu twittern. Er wundert sich nach eigenem Bekunden, dass dies unter SEOs quasi gar kein Thema ist. Dazu habe ich zwar auch einige Theorien, aber zunächst erst einmal, worum es dabei geht.
In den Webmster Tools werden Fehler beim Crawling angezeigt - nicht gefundene Seiten also zum Beispiel, die einen 404 Fehler zurückliefern. Irgendwie muss der Googlebot aber auf diese Seiten gestoßen sein - über Links, die fehlerhaft sind und auf eine nicht existierende Seite verweisen. Das kann daran liegen, dass die Seite nicht mehr existiert, oder dass der Link einen Tippfehler enthält.
Nun wird seit Neustem die Anzahl der Seiten angezeigt, die den jeweils fehlerhaften Link enthalten. So kann man direkt sehen, ob es sich um einmalige Ausrutscher handelt oder um ein regelrechtes “Nest”, bei dem sich ein Handeln um so mehr lohnt.
Bei Klick auf die Zahl werden alle URLs angezeigt, von denen die fehlerhaften Links kommen. So kann man ganz leicht feststellen, wo der Fehler liegt, und entsprechend handeln. Sollte man selbst eine fehlerhafte Verlinkung produziert haben - und man es noch nicht mittels anderer Tools entdeckt haben - kann man diese natürlich sofort verbessern.
Im Idealfall entdeckt man aber auch fehlerhafte Verlinkungen von fremden Seiten. Und hier wird es spannend:
Gut ist es, wenn es sich um eine freiwillige Verlinkung handelt, von der man noch gar nichts wusste. Hier bietet sich an, den Seitenbetreiber anzusprechen, der die Verlinkung als Empfehlung auch in seinem eigenen Interesse sicher gern korrigieren wird. Genau diese Links sind es auch, die mittelfristig am wertvollsten sein werden.
Sollte man hingegen selbst eine Eintragung in einem drittklassigen Webkatalog fehlerhaft vorgenommen haben, dann lohnt sich der Aufwand eventuell nicht unbedingt.
Aber warum setzt sich nun ausgerechnet Google dafür ein, dass man eine zusätzliche Backlinkquelle wahrnimmt?
Laut Matt Cutts hat dies Vorteile für alle Seiten: Google kann sauberer crawlen und muss weniger kaputten Links folgen. Gleichzeitig liefert eine sauber funktionierende Verlinkung aber auch einen Mehrwert für den Benutzer und ist zugleich positives Aushängeschild für die linkgebende ebenso wie für die linkempfangende Seite. Denn wer landet schon gern auf Fehlerseiten? Links auf nicht erreichbare Seiten können leicht als Zeichen mangelnder Linkpflege und -aktualität angesehen werden.
Eigentlich wäre es ja auch ganz einfach, per 301-Redirect alle fehlerhaften Links abzufangen und beispielweise auf die Startseite umzuleiten. Aber ist damit dem Besucher geholfen? Deshalb geht Matt Cutts in seinem Beitrag auf diese Praxis auch nicht weiter ein. Optimalerweise handelt es sich tatsächlich nur um Buchstabendreher oder neue URLs nach einem Relaunch, so dass zur eigentlich verlinkten Seite ein Pendant vorhanden ist.
Tja, und warum ist das noch nicht das große Thema unter den SEOs? -> weitere Begründungen per Kommentar nehme ich gern an!
Wer wirklich mehr oder weniger professionell im SEO-Bereich tätig ist, dem passiert das vermutlich kaum, dass es fehlerhafte Links auf seine Seiten gibt, oder er wird schon das meiste per 301 Redirect abfangen. Gleichzeitig macht er im Gegensatz zum unbedarften Homepagebastler einen Relaunch nicht mal eben so, sondern schaut schon längst per 301 Redirect oder URL Rewriting, dass alte URLs samt Links darauf erhalten bleiben.
Nur meine Mutmaßung; die tatsächlichen Zahlen, die diese belegen oder widerlegen, kennt dann Google.
Außerdem ist es denkbar, dass sich solche Fälle bei fünfstelligen Backlinkzahlen in Größenordnungen bewegen, dass es sich schlicht nicht lohnt, jedem einzelnen dieser Backlinks noch einmal hinterher zu rennen - gerade vielleicht auch dann, wenn man ohnehin einen externen Dienstleister mit dem Linkbuilding beauftragt hat.