Seokratie hat gestern mal die
schönsten Aussagen von (potenziellen) Kunden zusammen gestellt.
Absolut lesenswert - für SEOs zu Lachen oder Weinen, aber auch für diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, einen SEO zu beauftragen, mal ganz sinnvoll.
Fakt ist, dass oftmals der Realitätssinn der Kunden stark in Mitleidenschaft gezogen wird, manchmal eben auch durch die Omnipräsenz solcher Angebote wie des bei Seokratie genannten “Kalle aus Dresden”. Woher soll der Kunde es dann besser wissen? Und das erstreckt sich nicht allein auf den SEO-Bereich, sondern auf alles, was gern mal als “Homepage” und “Webdesign” betitelt wird.
Ich habe da selbst einige Leute (teils Freunde, und nein: beim Geld hört die Freundschaft zum Glück nicht auf!) unter meinen Fittichen, die vom WWW nicht allzuviel Ahnung, dafür aber eben andere Stärken haben. Die Wissenslücken sind für Fachleute oft definitiv erschreckend. Aber nicht jeder muss Ahnung von allem haben, und daher sollte man auch den Teilaspekt “Beratung” durchaus einkalkulieren.
Gut, in manchen Fällen ist tatsächlich auch die Geiz-Fraktion am Werk, die jemanden für etwas naiv und auf jeden Cent angewiesen hält, nur weil man etwa wie Julian Student ist. Das erinnert mich auch gerade an den Aushang eines nicht ganz unbekannten Kölner Web 2.0-Startups, das studentische Aushilfen suchte und doch immerhin 4 oder 5 Euro pro Stunde zahlen wollte, dafür aber mit “interessanten Einblicken” warb.
Gerade in Bereichen wie SEO muss man schon einiges an Geld investieren, um je nach Key überhaupt messbare Ergebnisse erhalten zu können. Der Aufwand wird oft eben doch unterschätzt. Und wer ums Geld für die Miete kämpft, performt in solchen Bereichen nicht besonders gut bzw. er macht nur das “Nötigste”. Und wer wirklich gut ist, der wird zum begehrten Gut, Angebot und Nachfrage ... rechnet sich dann aber trotzdem für den Kunden!
Ich hab übrigens auch noch einen: “Wir haben zwar nur 500 Euro Jahresbudget für Werbemaßnahmen und eigentlich bekommen wir unsere Kunden auch außerhalb des Internets, aber Sie könnten ja vielleicht doch mal SEO für uns machen!” In einem nicht ganz unumkämpften Bereich.
Und dann noch vor 3-4 Jahren von einem Hobbybastler am Stammtisch: “Ja, man muss seine Seite unbedingt in 1000 Suchmaschinen eintragen lassen.” und gleichzeitig sich durch die Aussprache “Dschuughäl” als absoluter Fachmann outen.
Der absolute Knaller ist aber der hier, einige Tage nach der Theseus-Preisverleihung bei mir eingetrudelt:
Hallo Sonja,
ich habe gerade in Deinem Blog ein wenig umher gelesen. Spannend. Aber Du brauchst dringend eine neue Webseite. Ich würd Dir was anbieten. Wir machen Deine Webseite und Du berätst uns dafür in Sachen Semantikweb. Ist das ein Deal?
Herzliche Grüße,
Es ging übrigens nicht etwa um diese Seite, sondern um ein Wordpress-Blog, das an der Stelle seinen Zweck absolut erfüllte und das ich aus Zeitgründen eingesetzt hatte. Zu dem Thema sollte es auch gar keine “Seite” geben.
Übrigens war die eigene Seite des “Anbieters” wegen der ach so hohen Auslastung durch Kunden ebenfalls noch eine Baustelle - und da hat er Zeit für mich?
Heute morgen flatterte bei mir eine Mail rein, wo mich das enthaltene Angebot nur schmunzeln ließ. Offenbar rechnete man nämlich nicht mit jemandem, der etwas Ahnung von der Materie hat. Da es in den letzten Tagen ja geradezu in Mode ist, etwas auf den Kommentar (1)
Aufgenommen: Okt 22, 17:39