Drucker ist nicht gleich Drucker, Tinte nicht gleich Tinte. Der Bereich der Tintenstrahldrucker ist sehr komplex, und Sie sind herzlich eingeladen, tiefer einzusteigen und Ihren Drucker verstehen zu lernen.
Dye-Tinte, Druckkopf, Piezo-Verfahren ... sagt Ihnen alles nichts? Ich verspreche Ihnen, dass das nach der Lektüre dieses Artikels anders sein wird.
Druckverfahren
Im Tintenstrahldruck gibt es zwei Verfahren, die eigentlich dasselbe tun: Sie spritzen die Tinte tröpfchenweise aus einem Druckkopf heraus auf das Papier. Technisch unterscheiden sie sich jedoch deutlich, und jeder der gängigen Hersteller von
Tintenstrahldruckern hat sich auf eins dieser beiden Verfahren festgelegt.
Bubblejet-Druck
Verwendet von: Canon, Hewlett-Packard (HP), Lexmark, Dell, Philips, Samsung
Beim Bubblejet-Verfahren handelt es sich um ein sogenanntes thermisches Druckverfahren - nicht zu verwechseln mit Thermosublimationsdruck!
Dieses Verfahren ist immer dann gemeint, wenn vom thermischen Tintenstrahldruck die Rede ist.
Die Tinte wird im Druckkopf erhitzt, das Wasser erzeugt eine Dampfblase, die Druck ausübt. Dadurch wird der jeweilige Tropfen aus dem Druckkopf herausgeschleudert.
Piezo-Druck
Verwendet von: Brother, Epson
Das Geheimnis liegt im Piezo-Kristall. Dieser verformt sich beim Anlegen elektrischer Spannung. Durch diese Verformung wird der Tintentropfen ausgestoßen.
Tinten
Pigmenttinten
Pigmenttinten werden aufgrund ihrer hohen Deckkraft vor allem als Schwarztinte für den Textdruck eingesetzt. Diese Schwarztinte ist für den Fotodruck - von einigen wenigen Druckermodellen abgesehen - nicht für den Fotodruck geeignet. Daher arbeiten einige Geräte, sofern sie auf Fotodruck ausgelegt sind, mit zwei verschiedenen Schwarztinten.
Pigmenttinten sind im Allgemeinen wasser- und wischfester und trocknen schneller als Dye-Tinten. Unter anderem dadurch ist aber auch die Gefahr größer, dass der Druckkopf bei Nichtbenutzung eintrocknet.
Eine Ausnahme bildet im Consumerbereich Epson mit den Geräten der C- bzw. D-Serie bei den Druckern und CX- bzw. DX-Serie bei den Multifunktionsgeräten. Hier handelt es sich bei allen vier Farben um Pigmenttinten, mit denen auch Fotodruck möglich ist. Außer auf ganz speziellem Papier sind diese Fotos jedoch matt.
Dye-Tinten
Für den Farb- und Fotodruck werden in den meisten Fällen Dye-Tinten (auch: farbstoffbasierte Tinten) verwendet. Mit ihnen lassen sich lebendige Farben und hochglänzende Bilder erzeugen.
Manche Drucker verwenden ausschließlich Dye-Tinten und sind dadurch mehr oder weniger gut als Allround-Geräte zu verwenden. Das ist eine Frage der Wirtschaftlichkeit und auch der Deckkraft des Schwarztinte gegenüber einer pigmentierten Tinte.
Geräte wie der Epson R265 oder der Canon IP 6700 zum Beispiel gehören dazu, sie sind als Fotospezialisten ausgelegt. Die Schwarzpatrone, die für Textdruck häufig gebräucht würde, ist nicht größer als die der anderen Farben.
Hewlett-Packard (HP) geht einen etwas anderen Weg und sieht seine Sechsfarb-Dye-Tinten-Geräte als Allrounder auch für typischen Office-Gebrauch. Der Benutzer hat eine deutlich größere Schwarzpatrone zur Auswahl, die Tinte deckt für eine Dye-Tinte sehr gut.