Drupal hat sich zu einem der bekannteren Open-Source Content-Management-Systeme gemausert. Ihm eilt allerdings auch der Ruf voraus - ähnlich wie Typo3 - eine recht steile Lernkurve zu haben.
Bei Drupal bieten sich aber gleichzeitig faszinierende Möglichkeiten, was den weiteren Ausbau einer Website angeht, insbesondere dann, wenn es um Community-Funktionen geht.
Ich habe selbst schon mit mehren Content Management und Blogsystemen gearbeitet und kann bestätigen, dass der Einstieg in Drupal nicht unbedingt einer der einfacheren war. Man bekommt vergleichsweise wenig “out of the box”, und bis man mit einem sehr schicken und funktionalen Webauftritt aufwarten kann, muss noch viel getan werden. Und man muss tatsächlich noch viel lernen, wenn man es zum ersten Mal tut - anders als etwa bei einem schlüsselfertig ausgelieferten Wordpress-Blog. Die Admin-Oberfläche wirkt selbst in ihrer Grundkonfiguration eher verwirrend.
Das waren nun die schlechten und eher abschreckenden Nachrichten - es gibt aber auch durchaus gute Nachrichten:
Wenn man einmal die hinter Drupal stehenden Konzepte verstanden hat, können auch individuelle Bedürfnisse fast im Handumdrehen umgesetzt werden. Mit zahlreichen Modulen lässt sich der Drupal-Core schnell um viele gewünschte Funktionalitäten erweitern.
Und mit Hilfe von Modulen wie CCK (Content Construction Kit) und Views lassen sich eigene Inhaltstypen ebenso einfach erstellen wie maßgeschneiderte Ausgaben.
Drupal ist vor allem dann interessant, wenn man Community-Funktionen mit detailliert verwaltbaren Benutzerrechten benötigt. Auch Fans von AJAX kommen auf ihre Kosten. Für die Benutzer - wie etwa Autoren - ist die Bedienung später einfach.
Ein wenig Zeit muss man als Einsteiger auf jeden Fall in Drupal investieren. Wer aber einmal den Gefallen daran gefunden hat und sich noch dazu etwas in Sachen Programmierung auskennt, wird feststellen, dass der Kreativität kaum Grenzen gesetzt sind. Insofern muss man kein Entwickler sein, um mit Drupal zu arbeiten, sondern nur etwas Zeit und Lernwillen mitbringen. Aber als Entwickler hat man vielleicht einfach viel mehr Spaß an Drupal.