Nach Smart und dem Tempolimit ist nun offensichtlich der Elektronikhersteller Samsung an der Reihe, als vermeintlicher Absender von massenhaft versandten E-Mails zu dienen. Unbekannte versenden im Namen von Großkonzernen E-Mails, die weder etwas direkt verkaufen noch einen Trojaner auf dem System platzieren möchten.
Über die Hintergründe kann derzeit nur spekuliert werden.
Bereits am vergangenen Wochenende landeten mehrere E-Mails mit dem Betreff “SPD-Beschluss: Geschwindigkeitslimit auf deutschen Autobahnen ab 2008 130km/h” massenhaft in den Mailboxen.
Hier der Text:
SMART freut sich ueber das SPD-Geschwindigkeitslimit auf deutschen Autobahnen ab 2008.
Endlich weltweite Anpassung!
Neu denken heisst weiterdenken.
Freie Bahn fuer den SMART.
In Zukunft kann und darf jeder Smart ungehindert die linke Autobahnspur
mit 130 kmh dauerhaft nutzen. Die SPD gibt die linke Spur frei.
Bahn frei mit 130 kmh der Umwelt zuliebe mit SMART.
Bei SMART denken viele Menschen darueber nach, wie man Mobilitaet
verbessern und das Konzept Auto neu interpretieren kann: Oekologischer,
oekonomischer und individueller. Das Ergebnis? Der SMART.
Ein Auto, das bereits heute viele innovative Ideen von morgen in sich vereint.
SMART! DAS AUTO! Vmax 135 kmh. Phantastisch!
In einem SMART fahren Sie 130 kmh und denken, es seien 200 kmh.
Ein tolles Feeling.
Politisch motiviert? Ein Versuch, den in der E-Mail verlinkten Internetauftritt durch massenhaften Aufruf lahmzulegen (DoS - Denial of Service) oder das dortige Postfach durch Anfragen überquellen zu lassen? Oder einfach nur ein Probelauf für “echten” Spam?
Nachdem diese Welle vorbei war, haben die Spammer heute den Elektronikkonzern Samsung mit “Notfallnummer ICE (In Case of Emergency) - Powered by Samsung -” zu einem weiteren Opfer gemacht. Der Absender war allerdings nicht Samsung selbst, denn die E-Mail kam von einer entsprechend benannten Adresse eines großen Freemail-Anbieters.
Sinnvoller Tipp von Samsung!
Die Retter und Ambulanzfahrer haben bemerkt, dass beim Strassenunfall die
meisten Verwundeten ein Mobil-Telefon bei sich haben.
Bei dem Einsatz weiss man aber nicht, wer aus diesen langen Kontaktlisten
zu kontaktieren ist.
Ambulanzfahrer haben also vorgeschlagen, dass jeder in seine Kontaktlisten
die im Notfall zu kontaktierende Person unter dem selben Pseudo eingibt:
Das international anerkannte Pseudo ist : ICE ( = In Case of Emergency ).
Unter diesem Namen sollte man die Person eintragen, welche in Notfall durch
Polizei, Feuerwehr oder erste Hilfe anzurufen ist.
Sind mehrere Personen zu kontaktieren, braucht man ICE1, ICE2, ICE3, usw.
Leicht, kostet nichts, kann aber viel bringen.
Bitte diese Meldung unbedingt an alle Freunde und Bekannte weiterleiten,
damit dieses Verfahren weltweit Anwendung finden wird!
Empfohlen von www.samsung.de - presse@samsung.de
Dieter Held
Eigentlich ja ein sehr nützlicher Tipp, für den man dem Versender dankbar sein sollte. Kurze Recherchen im Netz haben ergeben, dass es sich hier um eine durchaus international übliche Vorgehensweise handelt.
Nur der Sinn des Versands im Namen eines Großunternehmens erschließt sich mir auch hier nicht. Eigentlich kann es sich nur um sogenannten Joe-Job handeln, der dem Ansehen der Unternehmen schaden soll.