Wikipedia ist bislang bekannt als Enzyklopädie, die vom Mitmachen der Benutzer lebt. Dieses Konzept soll auf eine Suchmaschine übertragen werden. Dazu wurde nun unter dem Namen Search Wikia eine eigene Suchmaschine gestartet. Die Idee für eine eigene Suchmaschine hatte die Wikia Inc. aber schon seit 2004.
Die Startseite kommt sehr puristisch und ohne unnötigen Ballast daher - ein Konzept, das schon bei der Einführung des heutigen Suchmaschinen-Giganten Google die Nutzer begeisterte. Die Ergebnisse sind nicht lokalisiert. Wer Google gewohnt ist, wird festgestellt haben, dass sich bei prinzipiell mehrsprachigen Suchbegriffen hauptsächlich ausländische Seiten auf den ersten Plätzen tummeln.
Wer mitmachen möchte, benötigt einen eigenen Account. Das ist auch sinnvoll, um möglichen Spam bei den Bewertungen weitestgehend einzudämmen. Ganz vermeiden lassen wird er sich aber wohl nicht, wie bisherige Erfahrungen mit Social-Bookmark- und Social-News-Portalen zeigen. Sofern sich aber eine gewisse kritische Masse an Nutzern aktiv beteiligt, sollte dies keine größeren Probleme für die Qualität bereiten.
Die zum Account gehörige Bestätigungsmail wurde bedauerlicherweise direkt mal von meinem Thunderbird-Junkfilter als Spam markiert - wer sich registriert, sollte ggf. mal einen Blick in seinen Junk-Ordner werfen.
In seinem Profil kann man, wenn man möchte, einige Dinge über sich preisgeben, Foto einstellen, Freunde festlegen. Somit ist ein gewisser Community-Charakter von Search Wikia schon einmal sichergestellt.
Ein interessantes Feature ist der “Mini Article” ganz oben am Beginn der Ergebnisliste. Hier kann man einen kleinen Artikel zum jeweiligen Suchbegriff schreiben. Allerdings ist hier zu Recht nicht alles erlaubt: “Do not spam. If you spam you will be blocked and your website blacklisted. For a long time. You will be sad. Do not spam. We do not want you to be sad.
Do something useful. You will be happy.”
Und die Ergebnisse?
Das Wichtigste an einer Suchmaschine, nämlich die Qualität der Suchergebnisse, darf natürlich nicht unbeurteilt bleiben. Ein paar stichwortartige Proben stellen schnell klar, dass es an der Qualität der Suchergebnisse noch einiges zu verbessern gibt. Das Ranking scheint momentan noch stark an der Häufigkeit von Keywords orientiert zu sein. Verglichen mit den mittlerweile sehr ausgefeilten Algorithmem von Google und Konsorten tun sich hier zur Zeit noch wahre Abgründe auf. Auch ist die Anzahl der Treffer und somit der indizierten Seiten noch etwas geringer, als man es gewöhnt ist. Das muss erst einmal nicht zwingend ein Nachteil sein, denn Quantität sagt nichts über Qualität aus.
Aber vergessen wir nicht: die Wikia Search ist heute erst an den Start gegangen und konnte ihre eigentliche Stärke noch gar nicht ausspielen: die Bewertung durch die User. Millionen potenzielle freiwillige Quality Rater haben es in der Hand, Suchmaschinen-Spam nach unten oder draußen zu befördern und gute, informative Seiten nach oben zu voten. Bereits jetzt können Seiten, die undingt indiziert werden sollten, in eine Whitelist eingetragen werden.
Der Erfolg von Wikia Search wird allein davon abhängen, wie das Projekt von den Nutzern angenommen werden wird. Wenn es so ein Erfolg wird wie die Wikipedia, dann gibt es zwei Trumpfkarten: die vielen Nutzer können die Qualität der Suchergebnisse deutlich steigern. Gleichzeitig gilt auch: wer aktiv mitarbeitet, identifiziert sich gleichzeitig mit dem Projekt und wird seine Suchaktivitäten vermehrt dorthin verlegen. Insofern ist also eine grundsätzliche Chance gegeben, Google in seiner marktbeherrschenden Situation einige Marktanteile abzunehmen.
Heute startet die neue Suchmaschine auf Basis der Wikipedia Wikia Search. Die Suchmaske ist unter http://alpha.search.wikia.com zu finden und enthält außer der Maske selber bislang kaum Optionen. Wichtiger als das Aussehen sind die Suchergebn... Kommentar (1)
Aufgenommen: Jan 07, 16:06