Ich hatte ja
letztens schon mal darüber gebloggt: das neue Jobportal
Bloggerjobs.de. Nachdem es in den letzten Wochen etwas stiller um dieses Projekt gewordenwar, gab es nun einen kleinen Relaunch.
Neu ist eine Sortierung in verschiedene Bereiche. Denn nicht nur für die eigentlichen Blogger wird inseriert. Neben Podcastern und Desigern werden auch Leute in den Bereichen Consulting und Development gesucht - eben alles, was zur “Blog-Branche” dazu gehört.
Kleine Buttons weisen den Jobsuchenden darauf hin, ob die Jobs sich im Vollzeit- oder Teilzeitbereich bewegen bzw. für Freelancer gedacht sind.
Ebenso werden die Jobangebote gezeigt, für die es die meisten Bewerber gibt, was natürlich nicht heißen muss, dass der Job dann schon vergeben ist.
Schön für den Inserenten: Sein Inserat ist kostenlos!
Interessanterweise sind auch englischsprachige Angebote dabei - ein Markt, der blogtechnisch sicher um einiges attraktiver ist als der deutsche, weil es dort einfach mehr Geld zu verdienen gibt - und damit Möglichkeiten, Blogger adäquat zu entlohnen.
Denn hier in Deutschland sind viele Blogs dann eben doch noch One-Man-Shows, die gerade mal für ein kleines Zubrot für den Betreiber ausreichen. Andererseits: kann man überhaupt “Vollzeit-Blogger” sein, also so viel Zeit in ein Blog (oder mehrere?) investieren? Wenn ja, dann sollte der Content qualitativ so hochwertig sein, dass da wirklich viel Geld durch Werbeeinnahmen bei herum kommt. Natürlich muss auch mit dem Thema Geld zu verdienen sein.
Die Blog-Realität sieht hier in Deutschland aber wohl doch eher so aus, dass manch einer ein Blog neben weiteren Webprojekten betreibt. Um andere Projekte zu unterstützen oder über seine Popularität weitere Aufträge in seinem Kerngeschäft zu generieren.
Oder man betreibt das Blogging als Hobby, weil man etwas zu sagen hat.
Was aber bewegt einen Menschen dazu, jetzt noch andere Leute einzustellen, die für ihn bloggen, und ihnen dafür Geld zu bezahlen? Kann er sie überhaupt angemessen entlohnen, ohne selbst in die Miesen zu rutschen? Will dieser Blogger überhaupt angemessen entlohnt werden, oder tut er es auch mal für ein paar Euro weniger, weil es ihm Spaß macht und/oder er sich innerhalb eines hoffentlich aufstrebenden Projektes einen Namen machen möchte?
Blogs sind ohnehin recht schwer zu monetarisieren, zumindest hier in Deutschland.
Letztlich wird es wohl vor allem zur Generierung von Content, Content und nochmals Content dienen, der mehr oder weniger genauso gut auf einer herkömmlichen Website stehen könnte. Manche dieser Blogs können Stützprojekte unter SEO-Gesichtspunkten sein (irgend jemand muss die ja mit Inhalt füllen), im Sinne des Aufbaus eines eigenen kleinen Linknetzwerks, das ganz natürlich erscheinen soll. Oder die Themen werden so gewählt, dass es entsprechend lukrative Anzeigen dazu gibt. Das allein hilft aber immer noch nicht, die Besucher zu bringen; weitere Promotion ist nötig.
Kurz: derjenige, der Blogger bezahlt, hält sich selbst vielleicht einen Haufen Schreibarbeit vom Hals und hat jemanden, der sich um sein “eigenes Baby” gut kümmert. Aber davon abgesehen, steht er genau vor denselben Problemen, die jeder Do-it-yourself-Blogger zumindest am Anfang hat.
Eine Diskussion zur Sinnhaftigkeit und weiteren Problemen des bezahlten Bloggens ist auch bei
Selbständig im Netz zugange, wo ebenfalls über den Relaunch von Bloggerjobs.de berichtet wurde.
Die Fragen stellen sich aber tatsächlich: wieviel ist bezahltes Bloggen wert und kann es sich für beide Seiten lohnen?