Dann folge ich also dem Aufruf von
Bloggerjobs.de (schon wieder die) folgen. “Was motiviert dich zu bloggen?”, so lautet das Thema.
Was motiviert dich zum Bloggen?
Manches muss einfach mal nach draußen, und es ist nett, dafür Feedback zu bekommen, such wenn das bei mir noch nicht allzu häufig ist. Aber ich habe schon einen regelrechten “Fan”, und es hat mich heute morgen auch gefreut, als ich gesehen habe, wer still und heimlich mitliest und heute nacht schon
mein neues Blog entdeckt hat.
Die Frage ist eher, was mich bisweilen davon abhält: mein schlechtes Gewissen, weil ich eigentlich für meine Prüfungen lernen müsste. Aber manchmal muss es, wie gesagt, “raus”. Das können größere Themen sein, zu denen ich dann auch gern recherchiere (und gerade die stehen aus Zeitmangel meist hintenan) oder kleine, spontane “Schnellschüsse”, weil mir etwas begegnet ist, was meinen Blognerv getroffen hat.
Wie stehst du zu professionellem Bloggen, also auch “Bloggen-für-Geld”?
Daran finde ich persönlich nichts verwerflich. Seit ich im Internet bin (Herbst 1996), gab es immer Seiten, die eine kommerzielle Ausrichtung hatten, und andere, die vollkommen unkommerziell betrieben wurden. Im letzteren Falle oft genug auf Freewebspace, also auch wieder mit Werbung drauf. Beim Bloggen habe ich das Ganze in einem anderen technischen Gewand und mit etwas mehr bequemen Features, die dem Ganzen ein “Community-Gefühl” verleihen.
In dem Zusammenhang habe ich mich auch gerade erst an einer Diskussion beteiligt, in der ich die Leute verteidigt habe, die
kostenlos für die Wikipedia schreiben.
Meine Meinung ist: jeder soll für Geld oder kostenlos bloggen, ganz wie er das mag und mit seiner persönlichen Lebensauffassung vereinbaren kann. Der eine verdient Geld damit, muss damit Geld verdienen, für den anderen ist es Hobby und damit Luxus.
Wenn jemand für Geld bloggt, dann sollte er angemessen entlohnt und nicht vom Auftraggeber über den Tisch gezogen werden. Wenn jemand für umsonst bloggen möchte, soll es auch ok sein.
Ich hatte letztens auch schon mal darüber gebloggt, ob man
in Blogs werben darf.
Journalisten und Fachbuchautoren bekommen Geld für das, was sie schreiben, und Blogs stellen lediglich eine einfach nutzbare technische Plattform für ein Online-Medium dar. Wenn also vergleichbare Texte einem Online-Medium stehen, dann sollte dafür bezahlt werden “dürfen”, auch wenn einige selbsternannte Hüter der Blogosphäre das kritisch sehen. “Die” Blogosphäre in dem Sinne gibt es vielleicht auch gar nicht. Sie ist eventuell eine Teilmenge derer, der Wordpress und Konsorten für unterschiedlichste Publikationszwecke nutzen.
Ich selber würde bei nur dann für Geld “fremdbloggen”, wenn die Bezahlung stimmt. “For free” (so mehr oder weniger) blogge ich definitiv nur in meinen eigenen Blogs.
Wie glaubst du wird sich Blogging in Deutschland in den nächsten Jahren entwickeln?
Hat mal jemand eine Glaskugel für mich? Danke!
Ich denke mal, der große Hype für die nächsten Jahre wird das auch nicht, zumindest auf kommerzieller Basis. Kommt eine neue, besser geeignete Software, dann werden viele wieder das Feld verlassen.
Im privaten Sektor, gerade bei Jugendlichen, wird sich das auf alle Fälle noch eine Weile halten und weiter verbreiten. Man zeigt gerne, was man kann und hat und macht. Ich glaube allerdings weniger, dass in Zukunft jede Hausfrau und jeder Firmenboss bloggen wird. Viele Leute erreicht man auch gar nicht: diejenigen, denen das zuviel Aufwand ist, die nichts zu sagen haben (und deren geistiger Horizont beim Konsum der Nachmittagstalkhows endet), denen “die Technik da” viel zu schwierig erscheint.
Ich kann mir vorstellen, dass Blogs in Zukunft noch mehr in Communities und sozialen Netzwerken mit eingebunden sind, wo dann “irgendwie alle” sich herumtreiben, also dass man z.B. bei studiVZ oder XING ein eigenes Blog direkt integriert hat, und vielleicht direkt daneben noch einen Twitter-Verschnitt, was man ggf. eine Weile mal nutzt, bis der Reiz des Neuen vorbei ist, man es albern findet und seine Zeit wieder in sein Tagesgeschäft steckt. Denn mehr Zeit als früher hat man schließlich auch nicht!