Leider wird diese schöne Vision zunächst nur auf dem US-Markt Wirklichkeit.
Microsoft will mit diesem netten Feature seiner Suchmaschine
Live Search seine Marktanteile erhalten bzw. ausbauen. Das einfache Rezept: wer darüber sucht, soll beim Online-Kauf bares Geld sparen können.
Aus der Offline-Welt sind auch in Deutschland sogenannte Cashback-Aktionen bekannt. Der Kunde kauft beispielsweise einen Laserdrucker für 299 Euro, kann sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach dem Kauf beim Hersteller registrieren - also eine Kopie des Kassenbons einschicken und seine Adressdaten preisgeben - und bekommt anschließend z.B. 50 Euro vom Hersteller zurückerstattet.
In diesem Fall hat der Hersteller die Möglichkeit, unabhängig vom jeweiligen Händler eine “Preissenkung” durchzuführen und seine Produkte so für den Käufer attraktiver zu machen.
Die Cashback-Geschichte von Microsoft wird hingegen etwas anders ablaufen. Hier bekommt der Kunde nicht vom jeweiligen Händler, sondern von Microsoft selbst Geld auf ein Sammelkonto erstattet. Die Rabatte bewegen sich wohl auch in etwas niedrigeren Bereichen als im oben genannten Beispiel. Ab einem bestimmten Guthaben kann das angesammelte Guthaben ausbezahlt werden.
Dabei wird auf eine angemessene Frist zwischen Kauf und Gutschrift geachtet, um Stornierungen durch Rückgabe des Produktes zu vermeiden.
Das Ganze hört sich nun zunächst nach einem cleveren Deal an, bei dem sowohl der Kunde als auch Microsoft als auch der Shop zu den Gewinnern gehören. Gleichzeitig stellt sich einem aber die Frage, inwieweit dies die organischen Suchergebnisse verzerren könnte.
Die
Cashback-Suche, die ja wie bereits erwähnt bislang nur für den US-Markt existiert, kann von der US-amerikanischen Seite über einen Link erreicht werden. Es handelt sich also um eine Suchmaschine in der Suchmaschine.
Die Cashback-Startseite wiederum erinnert ein wenig an eine Shop- oder Preisvergleichsseite, denn ein paar Produkte werden mit Bild eingeblendet.
Über ein normales Suchformular kann der Benutzer nun nach bestimmten Produkten suchen. Die Produktlinks führen wiederum zu einer internen Preisvergleichsseite, die die jeweiligen Shops samt Normalpreisen, Rabatten und dem jeweiligen Endpreis aufführt.
Der registrierte Benutzer kann nun einen der Shops auswählen. Über einen Link kann er sich zum ssl- verschlüsselten Bestellvorgang weiterklicken. Spätestens hier aber muss er sich einloggen. Und daher endet hier auch meine kleine Beschreibung.
Die Frage ist, ob diese Strategie dabei hilft, den Benutzer auch wieder mehr an die organische Suche zu binden - frei nach dem Motto “wenn wir schon mal da sind, bleiben wir auch gleich hier” - oder ob die Cashback-Suchfunktion sich eigenständig entwickeln wird und man nur im Segment der potenziellen Online-Shopper versucht, anderen Suchmaschinen das Wasser abzugraben. Immerhin wird auch bei der normalen Suchfunktion ein kleines Symbol eingeblendet, wenn entsprechende Deals verfügbar sind. In den bezahlten Ads oberhalb der organischen Ergebnisse ist dann eine entsprechende Eigenanzeige von Microsoft zu finden.
Andere Suchmaschinen könnten nachziehen und ähnliche oder andere Rabattmöglichkeiten schaffen. Nicht zu vergessen ist auch, dass der Preisvorteil für den Kunden jemand anders - Microsoft oder den Advertiser, der pro abgeschlossenem Verkauf zahlt - Geld kostet.
Bislang scheint die Vorgehensweise aber recht clever, da so auch nicht bestimmte sich beteiligende Händler in den organischen Suchergebnissen bevorzugt werden.