Dieses Wochenende ging es dann mal wieder heim, um noch ein paar Dinge zu erledigen und wichtige Post zu checken. Irgendwie komme ich dabei kaum noch zum fachbezogenen Bloggen, aber für ein wenig gute Unterhaltung sollte es reichen.
Die Fahrten verliefen dann - so ein Glück habe ich selten gehabt - auch nach dem Motto “ßännk ju for trschräffäälink wiss se Deutsche Bahn!”.
Die Heimfahrt von München verlief ja immerhin pünktlich, in Mannheim allerdings hätte ich fast meinen Anschlusszug übersehen, wo kurz war er. Statt eines zweiteiligen ICE 3 war nur ein Teil vorhanden. Nach Auskunft des Zugbegleiters sei der Zug aus dem Ausland (Basel SBB) so übergeben worden, er wisse auch nichts Näheres und habe sich selbst gewundert. Entsprechend voll war es natürlich; bis Köln habe ich auf dem Boden des Ganges gesessen. Schon gut, wenn man den Casual Friday (zum Glück ist das bei mir in der Abteilung und erst recht in meiner Position nicht ganz so wild mit der Kleiderordnung) wörtlich nimmt und Jeans trägt, dazu noch für die Fahrt auf bequeme Sneakers wechselt.
Die Rückfahrt brachte es dann noch dicker.
Amüsement meinerseits bereits an meinem Heimatbahnhof in Grevenbroich: 15:59 fuhr der Zug in Gegenrichtung mit 5 Minuten Verspätung ein. Als ich die Lautsprecher hörte, befürchtete ich Schlimmes für meinen um 16:02 abfahrenden Zug, denn der Gegenzug war ja schon da. Aber nein: die Textbaustein-Meldung teilte lediglich mit, dass der Regionalexpress Richtung Mönchengladbach 5 Minuten habe. Ich bin mir jetzt nicht sicher, aber ich könnte mir vorstellen, dass das zu diesem Zeitpunkt schon jeder gemerkt hatte. Mein eigener Zug kam dann auch pünktlich; nach dem RE 8 aus Mönchengladbach Richtung Köln kann man übrigens erfahrungsgemäß seine Uhr stellen. Zwei Minuten Verspätung kamen dann doch noch, weil in Pulheim mal wieder jemand zu blöd war, aus der Tür zu gehen.
In Köln stand der - diesmal wieder zweiteilige - ICE 3 dann auch pünktlich bereit. Er fuhr aber nicht los, denn er musste noch einen verspäteten Anschlusszug abwarten. Acht Minuten Verspätung bei sieben Minuten zum Umsteigen in Mannheim am selben Bahnsteig machen einen nur bedingt nervös, denn auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke ist einiges wieder aufholbar, und die zwei oder drei Minuten wird der Anschlusszug in Mannheim auch warten.
Die Nervosität stieg dann allerdings, als der Zug kurz vor Montabaur langsamer wurde, schließlich im Bahnhof stehen blieb. Es folgte eine Durchsage, dass wir einen anderen ICE vorbeilassen würden. Aha? Warum lassen wir einen vorbei? Fahren auf der Strecke nicht sowieso alle so schnell wie möglich?
Der andere Zug hielt nun auch kurz in Montabaur am anderen Gleis. Toll, so eilig hat der es also? Der andere Zug fuhr los, wir standen weitere Minuten, bis uns mitgeteilt wurde, dass der Zug leider einen Triebfahrzeugschaden habe. Ganz toll! Das heißt dann ja oft, dass der Zug auf unbestimmte Zeit liegen bleibt und man nur hoffen kann, dass mal ein anderer ICE in Montabaur hält und einen mitnimmt.
Der nächste ICE fuhr vorbei, und man denkt sich nur: verdammt dumm gelaufen. Die Schaffnerin war dann irgendwann auch so mutig, doch schon mal die Fahrkarten zu kontrollieren. Auf Nachfrage sagte sie irgendwas von Triebfahrzzeugführer und dass er neu hochfahren müsse. Maschine? Bordcomputer? Außerdem erfuhr ich, dass immerhin doch stündlich Verbindungen von Mannheim nach München bestehen sollten - wenn man denn erst mal dorthin gelangt.
Doch das Wunder geschah, und der ICE setzte sich wieder in Bewegung, mit nun 35 Minuten Verspätung.
Kurz vor dem Frankfurter Flughafen wurden die noch erreichten Anschlüsse bekannt gegeben, darunter einer nach München über Nürnberg. Nach einem kurzen Blick auf die Ankunftszeit in München entschloss ich mich dazu, diesen Zug zu nehmen: ich würde dieselbe S-Bahn bekommen wie mit dem Zug von Mannheim eine Stunde später als geplant, und ich hatte Angst vor einem neuerlichen Triebfahrzeugschaden, denn wenn einmal der Wurm drin ist ...
Mein neuer Zug kam denn auch auf die Minute pünktlich in München an, und ich erwischte sogar noch eine leicht verspätete, früher fahrende S8, die ich mit dem Zug von Mannheim nicht erreicht hätte, über dessen Pünktlichkeit ich nichts weiß.
Fazit: 52 Minuten später angekommen als geplant - ßännk ju, Deutsche Bahn!